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Dezember 2018
Kernbeißer
 
Postkartenserie zu Lebensräumen

Die Hofpfisterei schützt die Natur


Welche Rolle spielt der Öko-Landbau für den Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft mit ihren Hecken als prägendes Element?

Die Idee des umwelt- und naturverträglichen Landbaus existiert schon lange: bereits 1924 wurde der erste Verein, der sich dem Öko-Landbau verschrieb, gegründet. Bis heute sind europa- und deutschlandweit zahlreiche Gruppierungen hinzugekommen. Und auch die Anzahl der Ökolandbau betreibenden Landwirte steigt nach wie vor.

Die Ziele des Ökolandbaus sind ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen Wasser, Boden und Luft sowie die Produktion unbelasteter und gesunder Nahrungsmittel. Dies soll mit einer natur- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Anbauflächen sichergestellt werden.

Der Verzicht auf Kunstdünger und Herbizide im ökologischen Landbau kommt direkt unseren Hecken zugute. Die Säume entlang der Hecken bleiben dadurch frei von schädlichen Einträgen. Eine hohe Zahl von Wildkräutern und Kleinlebewesen kann sich ansiedeln.
Bei einem Feldversuch der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft waren Auswirkungen von Pestizidgaben in benachbarten Äckern noch bis zu 20 Meter tief in Heckensäumen nachweisbar. Die meisten Heckenstreifen sind weitaus schmaler. Mit dem Kauf eines ökologisch und deshalb ohne Kunstdünger und Herbizide erzeugten Brotes der Hofpfisterei ersparen Sie unseren Hecken und Feldrainen schädliche Stoffeinträge und tragen zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft bei.

Wenn man die veröffentlichten Durchschnittswerte für die landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland hochrechnet, beträgt die Gesamtlänge der Hecken in Deutschland immer noch etwa 200.000 Kilometer. Noch vor hundert Jahren, als man begann die ersten Hecken zu entfernen, könnte diese Zahl aber nahe bei einer Million gelegen haben.
Vielen Tier- und Pflanzenarten sind durch den Verlust der Hecken und Feldgehölze ihr Wegesystem und ihr Rückzugsraum innerhalb der Wiesen und Äcker verloren gegangen. Eine Reihe typischer Heckenbewohner, z.B. der Raubwürger und der Steinkauz sind unmittelbar vom Aussterben bedroht. Auch frühere Allerweltsarten wie Rebhuhn und Heckenrose sind heute schon Raritäten.

In den Rahmenrichtlinien der Ökolandbau- Verbände werden Mindest- Anforderungen für den Schutz von Flora und Fauna formuliert: In den deshalb angelegten Begleitbiotopen, vor allem in den Hecken, findet sich eine außergewöhnliche Artenvielfalt: Goldammern, Rebhühner, Rotkehlchen und viele andere Vogelarten finden dort sichere Brutplätze. Erdkröten und Laubfrösche wandern im Schutz der Hecken zu ihren Laichgewässern. Zahllose Schmetterlinge profitieren von der Blütenfülle der Hecke im Frühjahr und Sommer.

Insgesamt gesehen stellt der Öko- Landbau die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung dar. Er kombiniert die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln und den Umweltschutz in vorbildlicher Weise.


Dr. rer. nat. Heinz Sedlmeier Dr. med. Irene Frey-Mann
Artenschutzreferent 1. Vorsitzende





Liebe Kundin, lieber Kunde und liebe Kinder!

Die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft war schön. Das Wort Kultur kommt vom lateinischen colere = hegen, pflegen, bebauen. Aber in ihrer Schönheit steckte ein großer Mangel. Geschaffen mit der Hände Fleiß war sie nicht produktiv genug. Nur höchst mühsam war ihr das tägliche Brot abzuringen.

Die entscheidenden Veränderungen brachten der Mineraldünger und der Einsatz brennstoffgetriebener Maschinen. Sie konnten die Leistungsfähigkeit der Kulturlandschaft auf eine neue Ebene anheben und innerhalb weniger Jahrzehnte den Mangel zum Überfluss wandeln, den wir heute kaum zu bewältigen in der Lage sind. Die Folge war ein tiefgreifender Wandel in der Feldflur. Aus der kleingegliederten Kulturlandschaft wurde die Hochleistungssteppe moderner Agrotechnik. Den Ackerkräutern wurde der Kampf angesagt. Sie haben ihn längst verloren. Denn die chemische Sense wirkt nachhaltiger als die alte Bauernsense. Die Konkurrenz landete in den »Roten Listen der Artenschützer«. Sicher wirken mehrere Umstände zusammen, aber ein besonders schwerwiegender Umstand war die Flurbereinigung. Sie entfernte in großem Umfang Feldraine und Hecken aus der Landschaft, um die Bedingungen für eine landwirtschaftliche Massenproduktion zu verbessern und die Fluren maschinengerecht zu vereinheitlichen.

Langsam reift die Erkenntnis, wofür Hecken und Feldraine gut gewesen sind. Sie sind kein lästiges Gestrüpp. Schon die alten Griechen wussten, dass sie der Winderosion und den Stürmen Einhalt gebieten können. Ihr Windschutz übt einen sehr günstigen Einfluss auf das Wachsen und Gedeihen der Pflanzen aus. Was der Wind nicht davonträgt und der Regen nicht abschwemmen kann, braucht dem Boden nicht in Form von Kunstdünger zurückgegeben werden. Jedes Jahr gehen Millionen Tonnen feinster Humuserde durch die Erosion unwiederbringlich verloren.

Die Ansicht, Hecken begünstigen die Feldmausplage ist vielfach widerlegt. Die Heckenlandschaft verhindert explosionsartige Vermehrungsschübe durch ihre Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts. Zahlreiche natürliche Feinde der Feldmaus wie Mauswiesel, Hermelin, Fuchs und Mäusebussard haben ihren Wohnbzw. Ansitz in den Hecken. Aber auch die Eule passt sich dem Mäusevorkommen an, indem sie mit der Zahl ihrer Jungen auf das verbesserte oder verschlechterte Nahrungsangebot prompt reagiert. Die immer noch zulässige Feldmausbekämpfung mit Giftködern vernichtet dagegen ein breites Spektrum der im Feld noch aktiven Fauna.
Auch das Unkrautargument ist falsch, denn die Hecke filtert die im Wind schwebenden Unkrautsamen milliardenfach aus der Luft. Samen, die in dieser Barriere hängen bleiben, landen auf dem Boden der Hecke. Darum müssten Landwirte eigentlich glühendsteVerfechter einer intakten Heckenlandschaft sein.

Um auf Agro-Chemie verzichten zu können, müsste die Landwirtschaft umstrukturiert werden, damit die ökologische Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge wieder an die Stelle der jetzt eingesetzten Gifte treten kann.

Ich grüße Sie herzlich, Ihre
Margaretha Stocker



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